Alpine Forschungs- und Ausbildungsstation Furka (ALPFOR)       

Forschung: alpine Ökologie
Gebirgspflanzen betreiben «air conditioning»
Es gibt nicht «das» Gebirgsklima: Alpenpflanzen profitieren vom Relief der Landschaft, darin eingebettet, kann sich das Kleinklima über wenige Meter Distanz mehr ändern als über grosse Höhendistanzen in der freien Atmosphäre. Dieses Mikroklima schafft ein Mosaik von Kleinlebensräumen, das man mit einer hochauflösenden Thermalkamera darstellen kann.
Das Einzugsgebiet des Muttenbaches, aufgelöst in 76.000 Bildpunkte einer Thermalkamera.
  
Das gleiche Gebiet von der Furka Passstrasse aus gesehen, an einem wolkenlosen Mittag im Juli bei 10 °C Lufttemperatur.
  
Auf kleiner Skala sieht das Leben ganz anders aus als es der Bergwanderer erlebt: Auf einer Fläche nicht gösser als ein Blatt Papier, erleben und erzeugen Pflanzen je nach Ihrem Wuchs riesige Klimaunterschiede.
Posterpflanzen er wärmen sich stark, lange dünne Blätter von Gäsern bleiben kühl, aber ihre empfindlichen Bildungsgewebe sind dennoch warm eingepackt im Polster. Das linke Bild zeigt eine ähnliche Situation in Natura, die das rechte Bild im Thermobild festhält. Zwischen den Blättchen des stengellosen Leimkrautes (Silene acaulis) herrschen tropische Bedingungen. Trockenes Moos und Flechten (rechts daneben) erleben gar wüstenhafte Bedingungen, alles bei 10 °C Lufftemperatur.
Thermobild eines Silene acaulis-Polsters,
  
Polster von Silene acaulis in Natur.